Academia Linguae in der Presse
Latein an der Uni
Autor:
Datum: 09.06.2009
Ausgabe: Süddeutsche Zeitung - Rubrik Jobs & Karriere
Studenten hadern dennoch mit den Anforderungen der Latinum-Kurse an den Universitäten. Sie kritisieren vor allem die fehlende praktische Anwendung im Studium. Problematisch ist aber auch der Zeitaufwand. "Das ist fast schon ein Vollstudium, wenn man in nur drei Semestern das gesamte Latinum nachholen muss", sagt Oberstudienrat Walfried Schubert aus Mönchengladbach. Er war 14 Jahre lang Dozent für Latinum-Kurse an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf. "Fast jeder Zweite scheitert", sagt er. "Das ist eine sehr große Hürde, die da zu nehmen ist."

Bild der Academia Linguae
Dennoch gibt es dem Altphilologenverband zufolge durchaus gute Gründe für das Latinum. "Es bietet eine wichtige sprachliche Allgemeinbildung, ist zudem ein Schlüsselfach der europäischen Tradition und Grundlage kultureller Identitätsbildung", sagt Professor Kipf. Viele schieben die unangenehmen Sprachkurse im Studium trotzdem gerne auf und erleben dann ein böses Erwachen. "Es gibt auch Fälle, bei denen dadurch das Studium abgebrochen werden muss", so Schubert.
Privatleben wird abgestellt
Eine Alternative bieten sogenannte Crash-Kurse in den Ferien. Für 500 bis 1500 Euro können Studenten mehrwöchige Intensivkurse bei privaten Anbietern in den Ferien absolvieren - und so zum Latinum gelangen. Täglich wird etwa in der Academia Linguae Sprachschule in Frankfurt am Main und in Köln in Gruppen acht Stunden lang Latein gepaukt - auch samstags. "Das erfordert von den Kursteilnehmern eine sehr hohe Motivation. Das Privatleben muss in dieser Zeit quasi abgestellt werden", sagt Schulleiterin Claudia Sentürk.
Der Altphilologenverband steht diesen Angeboten jedoch skeptisch gegenüber. "Ferienkurse sind oft reines Mittel zum Zweck, sagt Kipf. Zwar können Studenten in kurzer Zeit ihre Latinum-Verpflichtungen erfüllen, doch bald darauf sei alles wieder vergessen. "Die Sprache selbst fällt da völlig hinten runter", kritisiert der Professor. Problematisch sei zudem, dass solche Kurse nicht zertifiziert sind. "Die Qualität ist erstens nicht überall gleich, und zweitens ist nicht sicher, ob der bestandene Kurs auch von der Universität anerkannt wird."
Pressetexte der Academia Linguae
Per aspera ad astra –
Wie sich Studenten selbst aus dem Bildungsnotstand befreien
16.03.2009
von Matthias Wühle*
Der achte Latein-Intensivkurs der Academia Linguae zieht immer mehr Studenten aus allen Teilen Deutschlands an.
Als
die Theologiestudentin Nathalie Gilhaus (20) am 9. Februar diesen
Jahres von Stuttgart nach Frankfurt aufbrach, standen ihr vier Wochen
harter Arbeit bevor. Ziel war die Goethe-Universität in Frankfurt, in
deren Räumlichkeiten die Academia Linguae nun schon zum achten Mal seit
ihrer Gründung einen vierwöchigen Intensivkurs Latein durchführte. Was
sie am Ende des Kurses aus der Mainmetropole mitnahm, war nichts
greifbares und für viele Skeptiker auch irgendwie unbegreiflich: Das
Rüstzeug zum Erfolgreichen Bestehen des Latinums, jener großen
staatlichen Lateinprüfung, vor der jedes Jahr Tausende von Schülern und
Studenten zittern. Und das in nur vier Wochen.
Schulleiterin
Claudia Sentürk, die selbst in Heidelberg Germanistik studiert hat,
kennt die Problematik aus eigener Erfahrung: „Latein stellt für viele
Erstsemestler eine gefürchete Hürde ihres Studiums dar“. Entweder an
Lateinkenntnissen oder am Latinum (früher kleines und großes Latinum
genannt) drohten die Ambitionen vieler Studenten in zahlreichen
Fächern, wie z.B. Geschichte, Germanistik, Anglistik, Romanistik,
Archäologie oder Buchwissenschaften vorzeitig zu scheitern. Die
wenigsten von Ihnen können dabei mit einem humanistisch-altsprachlichen
Abitur aufwarten und erfahren oft erst bei der Studienberatung von den
sprachlichen Zugangsvoraussetzungen ihres Studienfaches. Während des
Grundstudiums haben die Studenten dann Zeit, Latein nachzuholen. Eine
Gnadenfrist bis zum Vordiplom oder Magister-Zwischenprüfung, die
dennoch gnadenlos ist: Denn ihr jeweiliger Fachbereich mutet ihnen zu,
die alte Sprache neben dem normalen Lernpensum ihres Studienfaches zu
erlernen – ohne dabei ein ausreichendes Lehrangebot zur Verfügung
stellen zu können. Der hauptsächlichste Studienabbruchsgrund heißt
deshalb in diesen Fächern immer wieder: Latein.
Da die
Universitäten kaum nachholen können, was die Kultusminister der Länder
versäumt haben, fällt das Uni-Angebot entsprechend schmal aus:
Vorlesungen zu lateinischer Grammatik in überfüllten Hörsälen können
kaum den ungeheuren Nachholebedarf der Studenten decken. Selbst mit
eisernster Disziplin überstehen kaum mehr als eine Handvoll
hartgesottener Asketen diese Tortur. Der Rest schaut ins Leere – oder
auf die Aushänge am schwarzen Brett. Immer mehr Studenten greifen auf
diese Weise nach dem letzten Strohhalm namens „Academia Linguae“.
Mit
individuellen Lerngruppen von nicht mehr als 15 Personen setzt die
Academia Linguae genau dort an, wo die Not am größten ist: „Unsere
Kursleiterin Sylvana Gemmer hat besonders vertrackte Formen auch noch
ein zehntes Mal erklärt, es war ein sehr angenehmes Arbeitsklima und
nicht zu vergleichen mit den Unikursen“ berichtet die
Anglistikstudentin und Frankfurter Kursteilnehmerin Susanne Stark (23).
Das Konzept der vierwöchigen Intensivkurse in den
Semesterferien, das Anfangs eigentlich nur dazu gedacht war, die
Latein-Not der Studenten an der Frankfurter Uni zu lindern, wurde rasch
auch an anderen Unis umgesetzt: Schon bald wurden auch Kurse in Mainz
und Köln angeboten, wobei sich in der Kölner Niederlassung bald
Studenten aus ganz Nordrhein-Westfalen tummelten. Immer mehr
registriert die Lateinschule zudem Anmeldungen aus Oldenburg, Berlin,
Stuttgart oder Dresden für ihre Frankfurter Kurse. Ein Zeichen, dass
das Problem wohl doch eher bundesweit zu sein scheint, als speziell
eins der Frankfurter Uni, so die Schulleiterin.
Nathalie
Gilhaus fand es jedenfalls sehr schwer, einen geeigneten Lateinkurs in
Stuttgart zu finden. Sie empfindet daher die „Academia Linguae“ als
Bereicherung der universitären Landschaft: „Es sollte sie nicht nur in
Köln und Frankfurt am Main geben!“. Demnächst wird der tausendste
Kursteilnehmer erwartet. Und auch der könnte sich wieder von Stuttgart
oder Berlin auf den Weg machen: Mille viae ducunt hominem per saecula
Francofortam – es führen viele Wege nach Frankfurt.
Latein im Aufwind - Neue Studienordnung für Magisterstudiengänge 02.10.2006
von Matthias Wühle*
Das Latinum ist im Aufwind – wie so mancher Erstsemester in diesen Tagen seufzend festgestellt haben dürfte. Denn Magisterstudenten benötigen z.B. im Fach Geschichte nunmehr das komplette Latinum, während bisher das niedrigere Level der „Lateinkenntnisse“ ausreichend gewesen war. Bösartigerweise könnte man diese Hebung der Meßlatte damit erklären, daß man mehr herausfiltern möchte, und je feiner der Filter, desto mehr Magisterstudenten bleiben darin hängen. Andererseits bedeutet dies auch eine Aufwertung der Lateinischen Sprache. Eine totgeglaubte Sprache erwacht wieder aus dem Reich der Toten, und den Magisterstudenten laufen die kalten Schauer über den Rücken. In immer mehr Bereichen von Wissenschaft und Gesellschaft kommt man um Latein nicht länger drum herum.
Ein Grund, aufzugeben oder das Studienfach zu wechseln? Keineswegs: Dank Academia Linguae läßt sich das „Problem“ binnen vier Wochen beseitigen – Mit einem Intensivkurs in Räumlichkeiten der Uni Frankfurt.
Übrigens: Auch Magisterstudenten der alten Studienordnung sollten sich nicht auf ihren „Lateinkenntnissen“ ausruhen. Nur wer das richtige „Latinum“ hat, steht auf der sicheren Seite.
*) Matthias Wühle: Buchautor und Pressesprecher der Academia Linguae.
Er studiert Philosophie und Geschichte an der Uni Frankfurt.
Kontakt zum Pressesprecher Mathias Wühle: presse@academia-linguae.de
Weitere Pressetexte gibt es im Presse-Center der Academia Linguae